Jeder Hundebesitzer ist stolz darauf, wenn sein bester Freund aufs Wort gehorcht.
Der Hund zeigt damit, dass er seinem Halter bedingungslos vertraut und ihn in seiner Führungsrolle anerkennt. Der Halter hingegen ist sich seiner Verantwortung gegenüber dem Vierbeiner bewusst. Mithilfe elementarer Befehle kann er ihn vor vielen Gefahren schützen, aber auch mehr Freiheiten gewähren. Die Intention des Grundgehorsams ist, dass der Hund lernt, aufmerksam zu sein und sich vor allem in bestimmten Situationen abrufen lässt. Dafür muss die Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer stimmen. Und hier liegt im wahrsten Sinne „der Hund begraben“. Immer wieder fällt es Haltern schwer, Kommandos oder Befehle zu erteilen beziehungsweise sie konsequent durchzusetzen. Einige interpretieren dies als einen ungewollten Machtmissbrauch, andere hingegen werden aufgrund ihrer emotionalen Bindung daran gehindert. Doch gerade die Konsequenz im Handeln ist von entscheidender Bedeutung, damit der Vierbeiner gehorcht

Es bedeutet für den Tierbesitzer zunächst, sich seiner Verantwortung zu stellen und konsequent zu sein. Denn der Hund lernt nur dann gut, wenn sein Mensch klar und bestimmt ist, aber natürlich ohne Gewalt oder mentalen Machtmissbrauch auszuüben.

Hunde mögen klare Signale

Hier fehlt eine gute BU und der Bildnachweis

Was bedeutet das im Einzelnen? „Sitz!“ ist für jeden Hund schnell erlernbar, idealerweise sollte so früh wie möglich damit begonnen werden. Gerade in der Stadt erleichtert dieses Kommando viele alltägliche Dinge, wie zum Beispiel das sichere Absetzen an Ampeln und Straßenkreuzungen. Als nächster Befehl folgt dann das Auflösen, dafür kann ein „Okay“ oder „Weiter“ benutzt werden. Der Vierbeiner soll auf keinen Fall alleine weiterlaufen, darauf kommt es an. Bei Regen, Schnee und Eis zwingen viele Halter ihre Lieblinge sich ins kühle Nass zu setzen – unnötig und für manche Hunde eine echte Tortur. Beherrscht der Vierbeiner bereits Kommandos, dann reicht ein „Bleib!“. Wie schon erwähnt, ist das Absetzen eines der ersten Dinge, die Mensch und Hund trainieren sollten. Und das bitte mit Spaß und nicht im herrischen Ton oder übertriebenen „Singsang“. Es genügt eine freundliche, bestimmte Aufforderung an den Hund.

Eine Verfeinerung des akustischen Befehls erfolgt über die Körpersprache.

Nonverbale Kommunikation ist ebenso wichtig wie das Aussprechen der Kommandos.
Das Heben des Zeigefingers oder das „buddhistische“ Handzeichen, in dem die Hand senkrecht nach oben gehalten und der Daumen gegen den Solarplexus gedrückt ist, sind optimale Hinweise für den Hund, vor allem dann, wenn er sich außer Hörweite befindet. Dieses Kommando kann überall geübt werden. Ideale Trainingsbedingungen finden sich beispielsweise in Parkanlagen, wo der Halter spielerisch verschiedene Schwierigkeitsgrade in die Übungseinheiten einbauen kann.

Mit Geduld üben

Während viele zwei- und vierbeinige Teams wenig Probleme mit dem Kommando „Sitz“ haben, scheint „Platz“ nicht jederhunds Sache zu sein. Die Aufforderung zum Hinlegen sieht anfangs üblicherweise so aus, dass der Hund zuerst in die sitzende Position gebracht wird, der Halter sich dann leicht nach vorne beugt, mit der flachen Hand auf den Boden weist und den Befehl ausspricht. Und nun wird es oft kurios, denn einige vierbeinige Kandidaten haben einfach keine Lust sich hinzulegen. Reine Befehlsverweigerung, oder? Sicherlich nicht, vielmehr liegt es daran, dass der Hund die Aufforderung nicht versteht beziehungsweise falsch interpretiert. Auf keinen Fall sollte ein Halter unangemessen handeln, in dem er handgreiflich wird oder den Vierbeiner in Rückenlage bringt und ihn unterwirft.

Unterwerfung ist eine spezielle Form der Erziehung, die hier nichts zu suchen hat.

Vielmehr sind Geduld und positive Verstärkung mit Hilfe von Leckerlis angesagt. Das Verbinden des Befehls mit bestimmten Situationen macht ebenfalls Sinn. Ein Beispiel: Der Postbote klingelt an der Tür. Der Vierbeiner bekommt einen Ort zugewiesen, von dem er die Tür beobachten kann, legt sich auf Kommando hin, wartet bis Briefe und Pakete übergeben sind und wird anschließend für sein vorbildliches Verhalten ausgiebig belohnt. Das Beherrschen von „Platz“ bietet noch viele weitere Vorteile im Alltag. Wer seinen Hund überall mitnehmen möchte, kommt einfach nicht umhin, dieses Kommando mit ihm zu üben.

Rücksicht auf andere nehmen

Unabhängig von der reinen Beziehungsarbeit ist das Erlernen der Kommandos auch in der Außenwirkung wichtig. Die Stadt ist ein eingeschränktes Terrain, in dem sich Hundehalter und Nichthundehalter bewegen. Aus Rücksicht auf die Angst und Unsicherheit anderer Menschen oder den unerwünschten Kontakt mit fremden Hunden, sollte jeder Besitzer in der Lage sein, seinen Hund in allen Situationen abzurufen. Setzen wir uns als Hundeführer darüber weg, weil wir wissen, dass unser Hund nichts Böses im Schilde führt oder weil wir uns das Recht herausnehmen, den ganzen Bürgersteig einzunehmen, führt dieses Verhalten nur zu unnötigen Auseinandersetzungen. Besonders bei Kindern ist Rücksicht geboten. Selbst wenn die Kleinen entzückt auf die Begegnung mit den Fellnasen reagieren, es gehört zu einer guten Etikette, den Hund zu sich zu rufen, abzusetzen oder gegebenenfalls anzuleinen. Ist Kontakt erwünscht, sollte er bewusst herbeigeführt werden und immer mit dem Einverständnis der Eltern oder Aufsichtspersonen geschehen. Im Übrigen gelten diese Verhaltensregeln auch im Umgang mit Stadtpfoten, wenn diese unsicher auf ihre Artgenossen reagieren oder klar zeigen, dass sie eine allzu stürmische Annäherung nicht wünschen. Was auf den ersten Blick wie ein Spiel erscheinen mag, ist beim genaueren Hinsehen vielmehr Mobbing. Auch hier helfen Befehle, schlechte Erfahrungen zu vermeiden oder zumindest einzugrenzen.

Der wichtige Befehl „Bleib“

Die nächste Trainingsherausforderung ist das Kommando „Bleib!“. Egal ob der Hund sitzt oder liegt, das Ausharren bedingt absolutes Vertrauen! Es sollte idealerweise in kleinen Schritten trainiert werden. Die erste Etappe ist das Entfernen mit Sichtkontakt, also nicht gleich dem Vierbeiner den Rücken zudrehen und weggehen, da er auf die nonverbale Kommunikation achtet und den Blickkontakt zu seiner Beziehungsperson sucht. Er muss sukzessive lernen, Situationen wie diese auszuhalten und sich daran gewöhnen, dass sich sein Halter entfernt. Wie stark das Band zwischen Zwei- und Vierbeiner ist, zeigt sich gerade in dieser Gehorsamsübung. Aber gerade diese Übung bewährt sich in vielen Alltagssituationen und ist eine ungeheure Erleichterung. Wie ein Beispiel aus der Praxis zeigt:
Bei der Zubereitung und Bereitstellung des Futters kann es oft nicht schnell genug gehen. Die hungrigen Mäuler kratzen ständig mit den Pfoten oder fordern mit viel Gebell ihre Mahlzeit ein. Ein „Platz und Bleib“ sorgt hier für Ruhe und entspannt die Lage ungemein. Ebenso, wenn Bello sich nicht anleinen lassen möchte, herumzappelt oder ständig um seinen Partner herumläuft. Diese Schweißperlen kann sich jeder Besitzer mit dem Kommando „Bleib!“ ersparen. Als geradezu lebensrettend erweist sich der Befehl in Situationen wie dieser: Beim Öffnen der Eingangstür läuft der Hund in erwartungsvoller Freude spontan auf die Straße. Es möchte sich garantiert niemand ausmalen, was schnell hätte passieren können.

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